Vögel füttern im Winter

Heimische Vogelarten, die in der kalten Jahreszeit nicht in den Süden fliegen, haben es bei Frost, Eis und Schnee nicht so leicht, Futter zu finden. Die gefrorenen Böden erschweren das Picken von Insekten und auch Körner und Früchte sind rar. Glücklicherweise haben wir verschiedene Möglichkeiten die Vögel bei der Futtersuche zu unterstützen.


U m den Vögeln etwas zusätzliche Nahrung zu bieten, genügt schon ein recht kleines 
Plätzchen auf dem Balkon oder an einem Baum im Garten. Eine Futterkugel kann genau dort die gerade benötigte und optimal geeignete* Mahlzeit bereithalten.

Futterkugel – selbst gemacht

Dazu brauchen wir gehärtetes Pflanzenfett (wie z.B. Kokosfett) und einen kleinen Schuss Speiseöl, eine Körner-Futtermischung und ein Stück Seil zum Aufhängen. Fett und Futter sollte im Verhältnis 1/1 gemischt werden. Körnermischungen gibt es im Zoofachhandel, hierbei eignet sich besonders gut Wellensittich- oder Kanarienvogelfutter. Für Weichfutterfresser** füllen wir die Futtermischung mit getrockneten Beeren und Früchten, wie Rosinen oder kleinen Apfelstückchen auf. Zu den Weichfutterfressern zählen zum Beispiel Amseln, Stare und Rotkehlchen — diesen Arten ist mit den üblichen Körnermischungen nicht geholfen.

Wenn alle Materialien zusammengetragen sind erhitzen wir das gehärtete Pflanzenfett mit dem Speiseöl vorsichtig in einem Topf bis es flüssig ist. Anschließend geben wir unsere Futtermischung dazu, verrühren alles gut und nehmen den Topf von der Hitze. Wird die Mischung langsam fest, beginnen wir Kugeln zu formen. Während des Formens arbeiten wir etwas Seil mit ein, an dem wir die Kugel später aufhängen. Danach können die Kugeln auf Backpapier aushärten.

Die Futtermasse lässt sich auch auf Holzbretter oder Baumstämme streichen, zu Meisenknödeln formen oder in andere Behälter füllen, wie zum Beispiel in leere Becher unseres Sahnepuddings. Die Becher werden nach dem Trocknen einfach entfernt. Die Behälter, Kordeln oder Netze, die am Futter bleiben, sollten allerdings nicht Rot sein, da diese Farbe für Vögel ein Alarmsignal ist und dann das Futter nicht angerührt wird.

Materialien für eine Futterglocke

Neben der Futtelkugel bietet  eine kopfüber aufgehängte Futterglocke zusätzlichen Schutz vor Eis und Schnee. Die Vögel  kommen so immer mindestens von einer Seite ans Futter heran. Für eine Futterglocke genügen zum Beispiel 150 Gramm Fett und 150 Gramm Vogelfutter.

Für die Glocke ziehen wir ein dickeres Seil durch das Loch eines klassischen Tontopfes - ein einfacher Knoten verhindert, dass das Seil später durchrutscht und verschließt das Loch. Das Seil sollte nach unten soweit aus der Glocke ragen, dass sich später die Vögel daran festhalten können. Dann füllen wir unsere Futtermasse in den Topf und lassen sie abkühlen. Anschließend hängen wir unsere Futterglocke kopfüber an einem Ast in einem Baum auf.


Das Vogelhaus

Wer mehr Platz hat und in seinem Garten ein Vogelhaus platzieren möchte, sollte unter anderem darauf achten, dass es groß genug ist (ca. 25 Quadratzentimeter Bodenfläche und 30 cm Abstand zwischen Boden und Dach), sodass alle heimischen Arten hineinpassen und keine Konkurrenzkämpfe stattfinden. Das Dach des Futterhauses sollte außerdem groß genug sein, damit die Futterstelle in jedem Fall trocken bleibt. Des Weiteren sollte das Häuschen nicht zu dicht an einem Fenster platziert sein, damit die Vögel nicht versehentlich gegen die Scheibe fliegen.

Vogelhaus hinstellen oder aufhängen?

Beides hat seine Vor- und Nachteile. Mit einem aufgehängten Futterhaus machen wir es Katzen und Mardern schwerer, an das Haus heranzukommen. Deshalb sollten wir es auch mindestens 1,5 m über dem Boden anbringen. Allerdings auch nicht zu hoch, so dass wir es weiterhin leicht mit Futter füllen und auch regelmäßig reinigen können. Können wir das Häuschen nicht aufhängen, wird Katzen der Zutritt auch mit einer glatten Oberfläche der Standbeine erschwert.

Stehende Futterhäuser, zum Beispiel auf einem Baumstumpf befestigt, sind stabiler und halten auch einem kräftigen Frühjahrssturm stand.

Ein schönes Beispiel für ein selbstgebautes Vogelhaus ist die Landliebe Bastel-Idee in Kooperation mit DaWanda, wo unter Verwendung eines leeren Joghurtglases der Bau eines Futter-Häuschen anschaulich erklärt wird. Die Anleitung findet sich hier.

Wenn wir der heimischen Vogelwelt das ganze Jahr über Futter anbieten möchten, müssen wir darauf achten, dass sie in Balz- und Nistzeiten veränderte Ansprüche an ihre Nahrung haben. Dafür bieten Zoogeschäfte spezielles Futter, das zur entsprechenden Jahreszeit den richtigen Nährstoffbedarf liefert.


* Nicht geeignet als Vogelfutter sind gewürzte Speisereste, verdorbene Nahrung und Brot oder Kuchen, die im Magen der Vögel aufquellen.

** Die Vogelarten teilen sich in Weichfutter- und Körnerfresser. Unter den Weichfutterfressern gibt es allerdings auch die Gruppe der Allesfresser, die im Winter etwas flexibler auch Mohn oder Sonnenblumenkerne annehmen.