Mein Kräutergarten - Tipps für
den Balkon

Ein lauschiges Plätzchen, das nach blühendem Schnittlauch und Rosmarin duftet und nebenbei noch nützlich ist – ein Traum vom Land für Ihren Lieblingsplatz zu Hause.


K erbelblüten auf dem Tomatensalat, Lavendelkissen für den Kleiderbügel, Salbei- oder Kamillentee als kleine Wohltat zwischendurch – Kräuter sind vielseitig einsetzbar, gesund und zudem noch dekorativ.

Viel Platz, wie auf unseren Bauernhöfen, ist für einen Garten eine wunderbare Sache, doch auch auf kleinem Raum kann ein Kräuterparadies entstehen. Duft und Blütenpracht der verschiedenen Kräuter bereichern zudem den Balkon.

Die Regel, dass Pflanzen in Mischkultur besser gedeihen als in Monokultur, gilt auch im kleinen Maßstab. Daher zeigen wir anhand der beliebtesten Küchenkräuter, welche Kombinationen besonders gut zusammenpassen. Unsere hier vorgeschlagenen Duos, die zusammen in einen Topf gepflanzt werden, haben zudem die Vorteile, dass sie schnell umgeräumt werden können, wenn der Balkon umdekoriert wird oder zur Ernte kurzerhand mit an den Küchentisch mitgenommen werden können.

Je nach eigenen Vorlieben kann selbst ausgesät oder gekauft werden. Je weiter das Jahr fortgeschritten ist, desto eher eignen sich bereits vorgezogene Pflanzen aus Gärtnereien.

Petersilie und Dill

Diese beiden Kräutersorten bestärken sich sogar gegenseitig im Wachstum. Das Pflanzgefäß sollte so platziert sein, dass der Dill mehr Sonne bekommt als die Petersilie, die es teilweise sogar eher ein wenig schattig mag.

Der Boden darf für beide gut gedüngt sein (z.B. Kräutererde aus dem Gartenmarkt) und tief, da Dill lange Wurzeln ausbildet. Dill wächst einjährig und braucht viel Wasser. Die zweijährige Petersilie möchte nur mäßig gegossen werden

Salbei und Oregano

Eine Kombination, an der man mehrjährig Freude hat. Wobei vor allen Dingen Salbei regelmäßig im Frühjahr zurückgeschnitten werden sollte, da dieser sonst sehr groß werden kann. Auch Oregano sollte nach der Blüte etwas gestutzt werden.

Beide bevorzugen einen sonnigen Standort und gedeihen in normaler Gartenerde, der man für den Salbei noch etwas Sand beimischt. Salbei und Oregano möchten nur wenig gegossen werden.

Basilikum und Rosmarin

Ein Paar, das Sonne und Wärme mag und sich in einer Mischung aus Erde und Sand sehr wohl fühlt. Damit Basilikum gut gedeiht, kann man regelmäßig die Triebspitzen kappen. Und in Folgejahren lässt sich die einjährige Pflanze neben dem mehrjährigen Rosmarin neu aussäen. Beide regelmäßig und nicht zu üppig gießen.

Estragon und Schnittlauch

An einem sonnigen bis halbschattigen Platz sind diese beiden mehrjährigen Kräuter zufrieden. Der Estragon wächst in normaler Gartenerde, der man für den Schnittlauch idealerweise auch etwas Kompost oder Dünger aus dem Gartenmarkt beimischt. Schnittlauch mag viel Wasser. Dem Estragon reicht regelmäßig eine normale Menge.

Die mehrjährigen Kräuter kommen im Gegensatz zu den einjährigen bei guter Pflege auch in der nächsten Saison wieder. Sie beanspruchen auch im Winter ein geeignetes Plätzchen.

Lavendel und Zitronenmelisse

Zwei mehrjährige Pflanzen, die optimal an einem sonnigen und trockenen Platz stehen. Sollte für die Zitronenmelisse kein Windschutz möglich sein, kann der Topf so ausgerichtet werden, dass der Lavendel diese Funktion übernimmt. Beide kommen mit normaler Gartenerde zurecht. Der Lavendel sollte nur sparsam gegossen werden. Auch die Zitronenmelisse will nicht zu viel Wasser, aber durchgängig feuchte Erde ist ideal. Im Frühjahr und Sommer verträgt der Lavendel einen ordentlichen Rückschnitt, damit der Topfpartner nicht zu sehr verdrängt wird.

Kerbel und Kamille

Kamille wächst einjährig (bzw. manche Sorten auch zweijährig) selbst in Böden, die nährstoffarm sind. Daher können beide in ein Sand-Erde-Gemisch gepflanzt werden, dem man für den einjährig-wachsenden Kerbel noch etwas Kompost oder Dünger (erhältlich im Gartenmarkt) beimengt.

Und auch bei der Standortwahl richtet man sich besser nach dem Kerbel und stellt beide in den Halbschatten, obwohl Kamille durchaus in der Sonne stehen kann. Genauso verhält es sich mit der Wassermenge: Die Kamille benötigt nur wenig, verträgt es aber, mit dem Kerbel regelmäßig gegossen zu werden.


Wer andere Kräutervorlieben hat und selbst frei kombinieren möchte, kann für die Auswahl der benachbarten Pflanzen die Grundregel beherzigen: Gute Topfnachbarn stellen ähnliche Ansprüche an Standort und Boden, benötigen aber unterschiedliche Nährstoffe.